staedtetrip mailand

Suchen, Schauen, Shoppen, Schlemmen

So ließe sich die perfekte Mailand-Reise wohl zusammenfassen. Schauen Sie sich die Sehenswürdigkeiten an. Suchen Sie aber auch nach den weniger zentralen Vierteln. Shoppen Sie in einer der größten Modemetropolen und genießen Sie die besonderen kulinarischen Angebote. Und wenn Ihnen eines dieser vier S egal ist, dann wird es garantiert trotzdem ein toller Urlaub.

Doch fangen wir erst einmal mit einem ganz anderen S an. Denn wenn es um Italien-Touren geht, neigen die meisten dazu, den Sommer als Reisezeit zu bevorzugen. Für Mailand wäre das allerdings keine gute Wahl. Die feuchte Hitze der Poebene und der Smog können sich zu einer unangenehmen Kombination vereinen. Der Frühling oder Herbst hingegen ist zwar vielleicht nicht ganz regenfrei, aber mild und angenehm und deshalb die beste Jahreszeit für einen Trip in diese Gefilde.

Ob die Städtereise nun mit einer Autofahrt, im Fernbus oder per Flugzeug beginnt, eines ist klar: Auch wer keine Studienreise aus seinem Mailandbesuch machen will, sollte mindestens das Wahrzeichen Mailands, den Dom, den Königlichen Palast, den Palazzo della Ragione und die Kirche Santa Maria delle Grazie mit dem angrenzenden Kloster, in dem Leonardo Da Vincis weltberühmtes „Abendmahl“ zu sehen ist, auf der Prioritäten-Liste in Sachen Sehenswürdigkeiten stehen haben.

Der Dom oder „Duomo“ ist nicht nur etwas für Fans historischer Gebäude. Abgesehen von den fantastischen farbigen Glasfenstern, die mit Bildern von 3660 Gestalten biblische und religiöse Geschichten erzählen, bietet dieses Sakralgebäude einen phänomenalen Blick. Wer dem Dom auf den „Kopf“ steigt, kann nicht nur 3500 Figuren bewundern, die das Dach schmücken, sondern auch ein Stadtpanorama, das er nie wieder vergessen wird.

Per Hop-on-Bus durch die Stadt

Wer übrigens nicht viel laufen mag, kann auch einen der Hop-on-hop-off-Busse nutzen. Damit kommt man zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten und kann jederzeit aus- oder zusteigen (www.getyourguide.de).

Doch vergessen wir bei solchen Sehenswürdigkeiten, die kein Geheimnis sind, nicht das S wie Suchen. Wer sich für Mailand Zeit nimmt und nicht nur einen Wochenend-Trip mit strammem Programm plant, streift am besten auch durch die Viertel abseits des Zentrums. Dazu gehört zum Beispiel das historische Brera-Viertel, das früher von Künstlern bevorzugt wurde und heute als eine einzige große Fußgängerzone zahlreiche Designerboutiquen sowie Restaurants und Cafés in allen Preiskategorien zu bieten hat. Oder vielleicht für den unterhaltsamen Abendspaziergang Bullona mit vielen Bars und Clubs. Besonders reizvoll ist das Navigli-Viertel mit Kanälen aus dem Mittelalter. Hier liegen versteckt in Hinterhöfen Ateliers und in den Restaurants am Wasser lassen auch die Mailänder bevorzugt ihre Tage ausklingen. (Fotos: Catarina Belova, Adriano Castelli, Boris-B/Shutterstock.com)

Shopping-Tour durch die Modestadt Mailand

Da lässt sich auch Kraft tanken für mindestens einen unvermeidbaren Shopping-Tag. Als eine der Modehauptstädte der Welt zieht Mailand nicht nur bei Messen (Achtung, genau während dieser Schauwochen sollte man die Stadt als Tourist meiden) Menschen mit Spaß an Schönem und Trendigem an. Dabei sei erwähnt, dass die Einheimischen selbst nicht wirklich in den Edelkaufhäusern in der Nähe des Doms shoppen würden. Aber ansehen sollte man sich die Via Montenapoleone trotzdem. In dieser Gegend sind fast alle großen Mode-Marken vertreten. Auch La Rinacente und die Galleria Vittorio Emanuele II sind zumindest für Mailand-Anfänger ein Muss. Wer sich nicht verlaufen oder vertändeln will, kann übrigens auch Designer- und Fashion-Shopping-Touren mit einem privaten Führer buchen. Für diejenigen, die eher kleinere Boutiquen mögen, war ja bereits das Brera-Viertel erwähnt. Weitere Infos zum Thema auch unter: www.milano24ore.de/shopping

Das perfekte Restaurant finden

Nach so vielen Eindrücken hat jeder Tourist sich einen entspannten Tagesausklang verdient. Bei S wie Schlemmen lässt sich für Mailand sicher sagen: Vor allem Fischrestaurants sind hier gut, sehr beliebt, aber auch teuer. Das allerdings gilt für Mailand nun einmal in jeder Beziehung. Mehr als 6500 Restaurants und Bewertungen der Gäste finden Sie auf www.tripadvisor.de.

Diejenigen, die gerne genießen und nicht auf ausgetretenen Pfaden unterwegs sein wollen, könnten beispielsweise Gefallen am Café Trussardi an der Piazza della Scala finden (www.trussardiallascala.com). 2008 eröffnet, ist dieser Treffpunkt mitten im Zentrum zwar kein typischer Geheimtipp mehr, also nichts, was nur einem kleinen Kreis Eingeweihter bekannt wäre. Dafür ist der Mailänder Luxus-Modekonzern Trussardi, zu dem auch das gleichnamige Restaurant und Café gehören, zu bekannt. Und auch die Auszeichnung mit einem Stern im italienischen Guide Michelin im Jahr 2013 hat für Aufmerksamkeit gesorgt.

Trotzdem ist das in Mailand als kleine kulinarische Berühmtheit geltende Café Trussardi in Sichtweite der Scala nicht überlaufen. Ob ein ausgewähltes Menü oder nur ein schneller Espresso – manche sagen, es sei der beste der Stadt –, hier findet jeder etwas für seinen Geschmack. Wer dabei über den Tellerrand blickt, sieht, warum haute cuisine mehr bedeutet, als hervorragende Zutaten und ideenreiche Küchenchefs zusammenzubringen. Haute cuisine ist Lebensgefühl.

Unter dem vertikalen Garten nach den Entwürfen des französischen Botanikers und Gartenkünstlers Patrick Blanc sitzen die Gäste in besonderer Atmosphäre. Das Interieur, die Möbel, das Geschirr sind ausgesucht geschmackvoll, das Design der Marmor-Bar beeindruckend und der Ausblick während des Essens unbezahlbar. Durch die riesigen Panoramafenster können die Gäste des Cafés beispielsweise vor Scala-Vorstellungen zusehen, wie die Theaterbesucher gut gelaunt und in feinster Garderobe über die Piazza schlendern.

Die Speisekarte bietet alles vom Frühstück bis zum Cocktail. Als berühmt bezeichnet Stefano Portogallo, Küchenchef des Café Trussardi, seinen Burger aus handgehacktem britischen Rindfleisch. Er wird wie alle Gerichte in der offenen Show-Küche zubereitet. Ob Fleisch, Nudeln, Risotto oder Carpaccio – Portogallos Rezepte verbinden italienische beziehungsweise internationale Küche mit Inspiration und Finesse. Dabei setzt der Künstler am Herd selbstverständlich auf regionale Produkte und höchste Qualität der Zutaten. Hinzu kommt eine Weinkarte, deren große Auswahl Produkte angesehener Winzer aus der ganzen Welt genauso zu bieten hat wie Weine weniger bekannter Bio-Winzer.

Lombardei Kurztrip per Flugzeug

Lufthansa, Alitalia, Air Dolomiti, Germanwings, Airberlin oder Easyjet gehören zu den Fluglinien, die deutsche Flughäfen mit Mailand verbinden. Vom Flughafen Köln-Bonn fliegen Sie im September beispielsweise für rund 210 Euro via Berlin nach Mailand. Im Juli fliegen Sie von Stuttgart Leinfelden-Echterdingen aus für 150,- direkt nach Mailand-Linate. Die Flugzeit beträgt ca. eine Stunde. Last-Minute-Flüge, Pauschal und Frühbucher-Reisen können Sie unter anderem auf www.lastminute-flughafen-koeln.de einem ersten Verfügbarkeits- und Preis-Check unterziehen. Lesen Sie dazu aber auch unseren Artikel "Jetzt wird selbst gebucht" in welchem wir uns den Flug-Suchmaschinen widmen.

Wenn Sie nicht auf dem Flughafen Linate landen und sich die Ankunft am Flughafen Malpensa nicht vermeiden lässt, ist statt einem Taxi, das stundenlang unterwegs sein könnte, der Malpensa Express zu empfehlen, der ins Zentrum (Condorna Station) führt. Er fährt im 30-Minuten-Takt vom Flughafen-Terminal 1 und braucht etwa 40 Minuten. Vom Terminal 2 gibt es außerdem alle zehn Minuten ein Bus-Shuttle.

Italien Städtetouren per Fernbus

Zum Beispiel für Flugangst-Betroffene gibt es auch die Möglichkeit, mit Fernbussen nach Mailand zu kommen. Derzeit bieten Unternehmen wie Eurolines die Verbindung an und Flixbus Flixbus die Verbindung an. (Claudia Kook/ag)