Der perfekte Urlaub

Das perfekte Reiseziel selbst finden

Pauschalreise war gestern: Wie lässt sich der perfekte Urlaub ganz ohne Reisebüro und Rundum-Betreuung buchen? Unser Autor Christian Rentrop hat sich das einmal angesehen.
Einmal im Jahr muss ich weg, und zwar dringend. Ich setze mich in einen Flieger und sage dem Alltag auf Wiedersehen, zwei, drei, manchmal sogar vier Wochen lang. Denn je länger der Urlaub, desto größer die Erholung, schließlich braucht jeder Reisende erst einmal ein paar Tage, um an einem Ort oder in einem Land anzukommen. Auch dieses Jahr soll es für mich wieder los gehen, im Spätsommer, wenn die großen Ferien in den meisten Ländern vorbei sind. Und wie in jedem Jahr stellt sich mir die Frage, wo es hin gehen soll, welches Land ich wähle, wo ich dort hin möchte, wie ich dort hinkomme und wie lange ich dort bleiben möchte. Wichtig ist natürlich auch, wer dabei sein soll: Wenn Kind und Hund an Bord sind, sind natürlich andere Dinge wichtig als bei allein reisenden Pärchen.

Entscheidung ist nicht immer einfach

Zunächst stellt sich natürlich immer die Frage, was ich mir für diesen Urlaub vorstelle. Vergangenes Jahr war ich im Spätsommer eine Woche im Nord-Pas-de-Calais, dem nordöstlichsten Departement Frankreichs, direkt an der Küste neben Belgien. Ich wählte ein Hotel im Ort Wimereux, der sich selbst gerne als „Nizza des Nordens“ bezeichnet. Der hat selbst nur wenige Reize, die umliegenden Küstenstreifen und Strände sind allerdings ausgesprochen hübsch. Dummerweise war das Wetter eine stürmische, nasskalte Katastrophe. Dass derartige Wetterkapriolen in diesem hübschen Streifen Land am Ärmelkanal, dessen glänzende Kreideklippen imposant über der wilden See thronen, in dieser Gegend eher die Regel als die Ausnahme sind, hätte ich wissen können: Im Film „Willkommen bei den Sch'tis“ fährt der Postbeamte Philippe Abrams mit dem Auto das erste Mal von Marseille nach Bergues in Nord-Pas-des Calais, überfährt bei strahlendem Sonnenschein die Grenze zum Nord-Departement und kommt sofort in einen unwetterartigen Regen. Seit vergangenem Jahr weiß ich, dass diese Szene, die ich immer für eine lustige satirische Überspitzung hielt, in Wahrheit eine recht genaue Abbildung der Realität ist. Was mir trotz der kulinarischen Genüsse der Region Grund genug ist, mir in diesem Jahr ein sonnigeres und wärmeres Plätzchen zu suchen.

Sonne und Strand, aber mit Bergen!

Sonne Strand und Berge
Dieses Jahr soll es also in die Sonne gehen. Ich möchte am Strand liegen und vor allem nicht frieren. Denn das ist beim heimischen Sommer schon oft genug der Fall. Wegen der Sonnengarantie sollte ich in diesem Jahr alles, was nördlich des 45. Breitengrades liegt, vermeiden: Dieser liegt in Europa praktischerweise auf Höhe der Alpen und teilt den Kontinent in die regnerisch-kühlen Mittelbreiten im Norden und die warmen, trockenen Subtropen im Süden (http://de.wikipedia.org/wiki/Klimazone), womit sich auch die möglichen Ziele ergeben: Portugal, Spanien, Südfrankreich, Italien, Kroatien und Griechenland sind die Länder Europas, in denen die Sonne verlässlich scheint. In einem nächsten Schritt überlege ich mir nun, was ich mir landschaftlich erwarte. Ich mag Küstenstreifen mit anliegenden hohen Bergen, pittoreske Dörfchen mit kleinen Schänken und bunten Fensterläden, dazu weite Strände mit ordentlicher Brandung und möglichst wenig Touristentrubel, der ja dummerweise weltweit mit Betonwüsten, Bettenburgen und Billigdiskotheken einhergeht. Ich wandere gerne und erkunde die Gegend mit dem Auto, an einem Ort verweilen möchte ich nur ungern. Außerdem sollte der Ort gut mit dem eigenen Auto oder nach dem Flug mit einem Mietwagen erreicht werden können, was wiederum voraussetzt, dass es in der Nähe einen Flughafen gibt. Das Anspruchsprofil steht also fest – nun muss ich nur noch den passenden Ort finden.

Auch Wikipedia kann bei der Suche nach dem perfekten Urlaubsziel hilfreich sein.

Gegenden finden, die eigene Ansprüche erfüllen

Dafür bemühe ich zunächst meine eigene Erinnerung und die Erfahrung meiner Freunde und Bekannten: Ich erinnere mich zum Beispiel daran, dass mir der Norden von Mallorca, den ich vor einiger Zeit mit dem Auto und zu Fuß erkundete, ausgesprochen gut gefiel: Hier trifft ein imposantes Gebirge, die Serra de Tramuntana, auf eine wundervolle Küstenlinie, kleine Bergdörfchen. Zahlreiche Wanderrouten sorgen für Abwechslung. Und wenn ich mal faul sein möchte, gibt es mannigfach kleine Buchten und Strände, an denen es sich ausgesprochen gut baden und entspannen lässt. Auch der Touristentrubel hält sich in der Nebensaison in Grenzen. Nach Mallorca wäre auch die Verbindung hervorragend: Jeder größere deutsche Flughafen bietet täglich mehrere Verbindungen auf die Ferieninsel an, vorausgesetzt, man möchte fliegen. Und, was ebenfalls nicht zu verachten ist: Ein Flug dauert nur zwei Stunden, ist preiswert und unproblematisch. Allerdings möchte ich aus zwei Gründen dieses Mal nicht nach Mallorca fliegen: Einerseits, weil ich hier schon mehrfach im Urlaub war, wenn es mal schnell gehen musste. Und andererseits, weil mich das Mittelmeer als Gewässer nicht sonderlich reizt – ich mag starke Brandung, auch weil ich gerne fotografiere, und da eignen sich nun einmal Küstenstreifen am Atlantik besser. Somit ist auch die Region bereits eingekreist: Da es nicht das Mittelmeer sein soll, bleiben nur der Westen und Norden Spaniens, Portugal und die europäischen Inseln im Atlantik, also die Kanaren, die Azoren und Madeira, als mögliche Reiseziele übrig.

Google Maps und die Bildersuche bemühen

Nun muss gesucht werden: Welche Region ist interessant? Zunächst bemühe ich die Google-Bildersuche (http://images.google.de) und gebe hier einfach „Urlaub Portugal“ ein. Wie sich zeigt, ist die portugiesische Küstenlinie recht nah an dem, was ich mir vorstelle. Allerdings scheinen die Berge zu fehlen, die, um meinen aktuellen Kriterien für den idealen Urlaubsort zu genügen, natürlich direkt ins Meer münden sollten. Eine weitere Google-Suche nach „Gebirge Portugal“ fördert einen Wikipedia-Eintrag samt topografischer Karte zur Serra da Estrela. Hier wird deutlich, dass die portugiesischen Gebirge nicht direkt am Meer, sondern eher in Richtung Festland gelegen sind, womit Portugal für dieses Mal wohl nicht das ideale Urlaubsziel ist. Ich wiederhole die Anfragen für die einzelnen spanischen Regionen am Atlantik und die Inselgruppen Madeira, Azoren und Kanaren und finde vor allem auf den Kanaren genau, was ich suche: Berge, die ins Meer münden, weite Strände, pittoreske Dörfer und viele Möglichkeiten, die Insel bei einer Wanderung oder mit einem Mietwagen zu erkunden. Nun muss ich nur noch herausfinden, welche der Inseln auch das Kriterium mit dem Strandurlaub am besten erfüllt und lande recht schnell bei der Insel Teneriffa. Diese ist, wie mir die Flugsuchmaschine Swoodo zeigt, von Deutschland aus gut und günstig per Flug erreichbar und bietet noch viel Einsamkeit fernab vom Touristen-Trubel, ohne dass ich unnötig weit zum nächsten Supermarkt oder Restaurant fahren muss. Insgesamt also eine gute Wahl. Der Flug ist mit rund vier Stunden auch nicht zu lang.

Die Google Bildersuche hilft beim ersten Blick in eine Region und zeigt meist typische Urlaubsmotive. In Portugal fehlten mir die Berge…

Ein Ferienhaus soll es sein

Das ist auch sehr wichtig. Denn statt eines Hotels wie beim letzten Urlaub möchte ich dieses Mal – wegen der preiswerteren und flexibleren Selbstversorgung – lieber ein Ferienhaus buchen. Da ist der Mietwagen natürlich Pflicht. Statt zu buchen, will ich jetzt erst einmal herausfinden, ob im gewünschten Reisezeitraum überhaupt attraktive Ferienhäuser und Wohnungen zu einem vertretbaren Preis verfügbar sind. Das kann ich recht einfach über Ferienwohnungs-Portale wie FeWo-direkt, Wimdu oder Ferien Privat feststellen: Die Suchfunktion erlaubt die genaue Eingrenzung der Region und der Art der Unterkunft. Eine schnelle Stichprobensuche zeigt, dass ich auf Teneriffa finden werde, was ich suche – und auf eine große Auswahl preiswerter Häuser zurückgreifen kann. Wenn ich hier hingegen nicht fündig würde, müsste ich mir noch einmal überlegen, in eine andere Gegend zu fahren. Doch diesmal hat alles geklappt: Es gibt Berge und Meer, das Wetter ist auf den Kanaren ganzjährig gut, es gibt günstige Flugverbindungen von allen großen deutschen Flughäfen. Damit steht der Urlaubsort fest: Anfang September fliege ich nach Teneriffa in die Sonne und muss mich nicht mit nordfranzösischem Dauerregen herumschlagen. Nun muss ich nur noch Flug, Unterkunft und den Mietwagen buchen – aber darum kümmere ich mich dann in der nächsten Woche. (Christian Rentrop/ag)
Hier geht's zum zweiten Teil

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Portale wie Wimdu helfen bei der Suche nach einer günstigen Ferienwohnung.

Der passende Flug ist mit Swoodoo schnell ermittelt. Lesen Sie dazu auch den zweiten Teil der Serie hier.

Die Google-Karten zeigen schnell und unproblematisch, welche Gegenden eines Urlaubsziels interessant sind – und welche eher nicht.